Homeoffice – Fluch oder Segen?

Schon im ersten Lockdown sind viele Unternehmen dazu übergegangen, ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken – seit November ist die Situation wieder ähnlich. Was bislang aus technischen, arbeits-organisatorischen, datenschutz-technischen oder persönlichen Gründen in vielen Betrieben undenkbar schien, hat die Pandemie nun möglich gemacht. Videokonferenzen, Online-Meetings, selbst Erstkontakte und Akquisegespräche, Besprechungen mit Mitarbeitern oder Bewerbern – all das musste nun online funktionieren. Ein großer Schritt für die Digitalisierung, wenn wir nun alle erlebt haben, dass es technisch umsetzbar ist. Stellt sich nun die Frage, was wir davon in ein „new normal“ mit übernehmen wollen.

Denn Homeoffice ist nicht für alle ein Segen. Nicht jede private Situation lässt sich arbeitsergonomisch optimal einrichten: Oft sitzen Arbeitnehmer am Küchentisch oder im Kinderzimmer, schauen auf kleine Laptopbildschirme – von einer ausreichenden Internetverbindung ganz zu schweigen. Hinzu kommt ggf. eine zusätzliche Belastung durch Kinderbetreuung, aber auch der Wegfall von sozialen Kontakten und der gewohnten Strukturen macht vielen Arbeitnehmern zu schaffen. Der berühmte Flurfunk lässt sich mit Online-Konferenzen nur begrenzt abbilden – so wird auch der gewohnte Informationsfluss herausgefordert. Gleichzeitig gibt es natürlich auch Vorteile für den Arbeitnehmer, etwa durch den Wegfall des Arbeitsweges, Kosteneinsparungen in der Mittagspause und auch mehr Flexibilität, Privates mit dem Beruf zu verbinden. Ob Homeoffice die Produktivität steigert oder im Gegenteil sogar senkt, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.

So stehen wir Ende 2020 dem Thema Homeoffice mit gespaltenen Gefühlen gegenüber. Seitens der Regierung würde man gerne ein Anrecht auf Homeoffice sogar gesetztlich verankern. Arbeitgeber aber auch Arbeitnehmer sind skeptisch.

Auch in dieser Woche haben sich deshalb wieder einige Artikel mit der Thematik beschäftigt, welche Rolle Homeoffice im New Work, auch nach der Pandemie, spielen soll.